Rainer

27.04.2017

Ich habe soeben das Buch von Sergio Devecchi zu Ende gelesen:

Von schlechten Startchancen zu einem gelungenen Leben.
Der Autor erzählt geradelinig seine Geschichte, die im Titel genial auf den Punkt gebracht wird. Ein Kind, das zufällig im Heim aufwächst, schafft es, zum Heimleiter zu werden. Und prägend, begleitend, als Herausforderung, der dieser Mensch sich zu stellen hat, bleibt das Weh, das das Heim in diesem Leben verursacht hat.
Devecchi hat die Herausforderung angenommen und hält das Weh, das das Aufwachsen vor Jahrzehnten im Heim verursacht hat, bescheiden und sachlich in einem Text fest, der einerseits Persönliches preisgibt und andrerseits, gerade durch diesen Einblick ins Intime, die Problematik eines Heimaufenthalts umfassend darlegt.
Diese Biographie berührt durch das persönliche Schicksal und handelt gleichzeitig das Heimwesen im Wandel, die Implikationen des Heimaufenthaltes für Bewohner/Bewohnerinnen und für Erzieher/Erzieherinnen ab und gibt wertvollste Impulse für die aktuelle Heimpolitik. Die Aktualität von Heimen ist nach wie vor gegeben, sei es für Kinder, Asylanten, Hilfsbedürftige. Heimeinweisungen erzeugen auch immer wieder Schlagzeilen. Da schadet es nicht, sich damit auseinanderzusetzen, was das Heim für einen Betroffenen bedeutet. Insbesondere, wenn das Buch so spannend geschrieben ist.