Sodeli...

23.03.2014 13:14

... dann ist also auch die 4. Sitzung des Runden Tisches „fürsorgerischer Zwangsmassnahmen“ bereits Geschichte. Pünktlich und zuverlässig, wie sich das gehört, ist gleichentags auch die Medienmitteilung aus dem BJ veröffentlicht worden. A propos Medienmitteilung: Von der 1. bis zur 4. gleichen sie sich alle ein wenig. Immer mit beschönigenden Erfolgsmeldungen die sich allerdings von Mal zu Mal - in Nuancen zwar - zu wiederholen scheinen. Dass es kantonale Opferhilfestellen gibt, weiss man schon seit der 1. Runde. Dass das dunkle Kapitel historisch-wissenschaftlich ausgeleuchtet werden soll, ebenfalls. Der Zugang zu den Archiven wurde schon im Vorfeld des 1. Runden Tisches abgesegnet und der Soforthilfefonds ist in der 2. Runde beschlossen worden; wofür, wie es scheint, endlich auch die Kantone aus ihren prall gefüllten Schatullen des Lotteriefonds immerhin ein paar Fränkli springen lassen. Neu in Planung ist offenbar die Schaffung eines Solidaritätsfonds. Doch darauf komme im nächsten Blog zurück. Nichts gelesen habe ich allerdings von der Absicht der übrigen Vertreter der „Koalition der Verantwortlichen“ am Runden Tisch. Beteiligen sie sich nun finanziell am Schaden, den ihre Vorgänger mit angerichtet haben? Dass sich der Bauernverband feige aus der Verantwortung geschlichen hat, davon konnte man lesen. Aber die Kirchen und die Verbände Curaviva und Integras? Man munkelt zwar, dass bald einmal eine „Sonntagskollekte“, für die ach so bedürftigen ehemaligen Heim- und Verdingkinder gestartet werden soll. Kirchliche Almosen? Auch sollen die Trägerschaften der Heime von ihren Verbänden aufgefordert worden sein, einen Obolus zu leisten. Doch genügt das? Ich bezweifle es. Denn horcht man hinein in die Haltung der Heimleitenden, so muss man ernüchtert feststellen, dass viele von ihnen für das Anliegen einer umfassenden Aufarbeitung, inklusive finanzieller Entschädigung, wenig Verständnis aufbringen. Das seien Tempi passati und sowieso, die Heime hätten nur ausgeführt (sprich Kinder und Jugendliche aufgenommen), was ihnen die Behörden aufgetragen hätten. Dass in den Reihen ihrer Vorgänger auch Sadisten, Quäler, Frömmler und selbstherrliche Autokraten walteten, das wird erfolgreich verdrängt. Ich habe von Anfang an die Forderung gestellt, man möge einen Härtefallfonds ins Leben rufen, diesen aus den Kassen der Öffentlichen Hand speisen, damit alle Opfer von "Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen“, welche Hilfe benötigen, sofort und unbürokratisch diese Hilfe auch bekommen. Es wäre dann dem Bund, und den Kantonen überlassen gewesen, mit welchem Verteilerschlüssel sie das Geld bei der „Koalition der Verantwortlichen" wieder eingetrieben hätten. Der Begriff „Härtefallfonds“ ist aus den Medienmitteilungen verschwunden. An seiner Stelle ist der „Soforthilfefonds" getreten! Mit welcher Begründung? Vielleicht einer Juristischen? Oder einer Politischen? Tant pi! Neu ist dafür die Glückskette auf die Bühne getreten! „Sie (die Glückskette) entscheidet Formell über die Gesuche…“ So steht es in der Medienmitteilung. Wie soll ich das verstehen? Hat die Glückskette nun die Kompetenz, die Gesuche der Opfer mit Nein oder Ja zu beantworten oder hat sie diese Kompetenz nicht? Und wenn nein, wer dann? Ich denke, da ist von Seiten des Runden Tisches noch einiges an Aufklärung und Klarstellung zu leisten. Doch wenn sie schon mal da ist, diese Glückskette, dann wäre es doch naheliegend, sie würde gleich selber einen nationalen Sammeltag für die Opfer „fürsorgerischer Zwangsmassnahmen“ durchführen. Dann wüssten wir endlich, wie solidarisch das „Volk“ in dieser Sache denkt und fühlt. Oder?